Balsam für die Haut auch beim Entfernen - artimeltlowpeel

Veröffentlicht von Christian Garbin am 31.01.19 15:16

Klebstoff für den direkten Hautkontakt
Bei der Entwicklung eines Klebstoffes für den direkten Hautkontakt sind immer mehrere Faktoren zu berücksichtigen und müssen auch aufeinander abgestummen werden. Soll beispielsweise ein Medical Device entwickelt werden, welches auf empfindliche Haut geklebt wird, wie sie bei Neugeborenen oder auch bei älteren Leuten vorkommen kann, resultieren an den Klebstoff nochmals spezielle Anforderungen. Der Fokus liegt hierbei darauf, einerseits einen Klebstoff zu entwickeln welcher stark genug auf der Haut während der gewünschte Applikationsdauer haftet. Andererseits soll sich das Medical Device schmerzfrei und ohne Beschädigung der Haut nach der Tragedauer ablösen lassen.

Eigenschaften der Haut und was es zu beachten gibt
Lassen Sie uns das Substrat an welchem der Klebstoff haften soll etwas genauer anschauen. Die menschliche Haut unterscheidet sich von Person zu Person. Sie haben niemals die gleiche Haut zweimal.

Faktoren welche die Haut beeinflussen:

  • Alter
  • Geschlecht
  • Ernährung
  • Schweissbildung
  • Geografie
  • Allgemeiner Gesundheitszustand
Die äusserste Hautschicht beim Menschen bezeichnet man als Epidermis. Diese Schicht ist die äussere Hülle des Körpers und wirkt als eine Schutzbarriere gegen Mikroorganismen, Hitze und Verletzungen. Weiter reguliert die Haut die Körpertemperatur, speichert Wasser und fett und ist für die Produktion von Vitamin D in Kombination mit dem Sonnenlicht verantwortlich. Die Epidermis besteht hauptsächlich aus flachen, schuppenartigen Zellen. Durch Poren gelangt Schweiss und Talg an die Hautoberfläche. Dieser Vorgang variiert in verschiedenen Körperregionen unterschiedlich stark und hat einen Einfluss auf die Adhäsion zwischen Klebstoff und Haut. Über die Haut können pro Tag bis zu 2 Liter Wasser verdunsten.

Um für ein anspruchsvolles Substrat wie die menschliche Haut einen Klebstoff zu entwickeln welcher die sensible Haut beim Ablösen nicht beschädigt, sind wir bei artimelt neue Wege gegangen. Mit artimeltlowpeel haben wir eine Produktelinie entwickelt, welche über die richtigen Eigenschaften verfügt, damit beispielweise etwas so simples wie das abziehen eines Pflasters schmerzfrei geschehen kann. Auch Patienten welche an chronischen Wunden leiden, haben in Zukunft die Chance auf eine geringere Beanspruchung der Haut durch die häufigen Verbandswechel. Durch artimeltlowpeel wird intakte Haut nicht beschädigt wodurch kein Trauma entsteht.

medizinische-pflaster

Typische Applikationen bei welchen artimeltlowpeel zum Einsatz kommt:

  • Katheter Fixierungen
  • Augenpflaster für Kinder
  • Sakral Bereich, zur Versorgung von Dekubitus oder zur Verbandsfixierung bei der Behandlung von chronischen Wunden
  • Einsatz von wearables

Aufgrund der Vielzahl an Applikationen vermuten Sie wahrscheinlich schon, dass sich dieses Spektrum nicht mit nur einer Klebstofftype abdecken lässt. Hinter dem Begriff artimeltlowpeel steckt eine ganze Reihe an Produkten mit unterschiedlichen Eigenschaften. Der Begriff low peel ist bis jetzt nicht einheitlich definiert. Wir bei artimelt haben daher unsere eigene Einteilung vorgenommen. Klebstoffe welche für diese Art von Applikationen wie oben beschrieben geeignet sind, verfügen über einen Peelwert von < 1N/25mm und einen Loop Tack von < 5N/25mm. Diese Werte sind gegen Stahl gemessen und sind mit Werten auf menschlicher Haut nicht zu vergleichen. Um eine Vergleichbarkeit zwischen den einzelnen Klebstoffen sicherzustellen, greifen wir daher für die Erhebung der technischen Daten auf Stahl als reproduzierbares Substrat zurück. Dadurch dass die Haut von Person zu Person individuell ist, würden Sie auch jedes Mal andere Werte erhalten.

Je nach Anwendung und Patientengruppe ist es auch sinnvoll einen Klebstoff mit höheren Peelwerten auszutesten. Dabei sollte allerdings ein Peelwert von 10 N/25mm nicht überschritten werden. Ansonsten geht der gewünschte low peel Effekt trotz der Beschaffenheit des Klebstoffes verloren.

Wie kommt dieser low peel Effekt nun überhaupt zu Stande?
Das eine ist natürlich die Formulierung des Klebstoffes. Als Basismaterial setzen wir auf ein neuartiges thermoplastisches Acrylat. Dieser Rohstoff hat den Vorteil, dass wir nicht, wie bei UV-vernetzbaren Klebstoffen auf eine Vernetzung durch UV-Strahlen angewiesen sind. Wir haben aber den Vorteil, dass auch dieses thermoplastische Acrylat atmungsaktiv ist. Dies bedeutet, dass es auch für Anwendungen bei welchen ein Pflaster oder ein wearable länger getragen werden soll geeignet ist. Es findet nämlich keine Mazeration, also ein aufweichen des Gewebes aufgrund von Flüssigkeitsstau statt.

Auftragsgewicht
Als zweites spielt das Auftragsgewicht eine zentrale Rolle. Ein Beschichtungsgewicht zwischen 100 und 200 Gramm pro Quadratmeter wir empfohlen. Durch dieses hohe Beschichtungsgewicht kommt der Effekt zwischen Kohäsion des Klebstoffes und der Adhäsion zwischen Klebstoff und Haut zum Tragen. Durch das Zusammenspiel von Kohäsion und Adhäsion entsteht ein Produkt welches über diesen low peel Effekt verfügt und sich damit auch sanft von der Haut ablösen lässt.

Antibakterielle Schutzwirkung
Um diese ganze Linie noch weiter auszubauen planen wir schon die nächsten Schritte. Die artimeltlowpeel Linie soll neben dem sanften ablösen mit weiteren Zusatzeigenschaften wie beispielsweiser einer antibakteriellen Schutzwirkung ausgerüstet werden.

Sprechen Sie mit unseren Klebstoffexperten, um weitere Infos über artimeltlowpeel zu erhalten.

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Themen: ICE 2019, Medical

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